keine halben sachen
 
genug ist genug. das erträgliche maß an weichspülrock ist überschritten. dies, oder etwas anderes vergleichbares, müssen sich union youth gedacht haben, als sie im herbst 2001 ihre existenz bestätigten und der öffentlichkeit eine erste kostprobe (planet of pity) ihres könnens mit einem beitrag auf dem visions "all areas"-sampler zugänglich machten. fortan sollte die band aus bad bentheim als heißeste deutsche rock-hoffnung gehandelt werden. jetzt, fast ein jahr später, hat die vierköpfige formation einen major-deal mit eastwest records in der tasche und veröffentlicht nun das sehnsüchtig erwartete debütalbum the royal gene. soweit die nüchternen fakten, denn das, was union youth mit ihrem erstwerk der (alternative-)rock-orientierten meute vor den latz knallen, ist aufreibend und erschütternd ehrlich.
diese vier musiker lehnen den zeitgeist und das dasein in einer musikalischen fast-food szenerie ab und kehren zu den roots zurück, mit denen alles begann. auf the royal gene findet der ergreifende, handmade rock`n roll statt, wie ihn einst nirvana anfang der neunziger jahre vorgestellt hatten. hier geht es um echte gefühle, echte leidenschaft und echte intensität. union youth sind eine emotionale band und leben dies auf allen zehn songs ihres debüts aus. auf dem von kurt ebelhäuser (scumbucket) produzierten werk zeigt sich das quartett mal straight nach vorne rollend und rifflastig (reverse reverse, inbreeding), mal nachdenklich und verschlossen (dead-beat type, thirteen) und mal unglaublich wütend und angriffslustig (strawberry, in my heart). aufgeputscht durch die verschiedenen stimmungslagen kämpft der überwältige hörer das seelische gleichgewicht zu halten, bis ein song, der von seinen "twist & turns" her einem david lynch-streifen ähnelt, endgültig alle dämme brechen lässt. die rede ist vom siebeneinhalbminütigen everything too short. sänger maze budget leidet, brüllt und windet sich in einem beklemmenden sounddickicht, das von seinen drei mitstreitern durch ständig auf- und abbauende spannungsbögen bis zur spitze des verkraftbaren getrieben wird, ehe nach sechseinhalb minuten alles auseinander bricht und mit einer wüsten schreiattacke endet. ganz groß.
auch wenn union youth mit ihrer mischung aus rock & punk, die oft an den grunge vergangener tage erinnert, noch nicht einmalig sind, so ist the royal gene nach jahren an halbherzigen veröffentlichungen auf diesem sektor endlich wieder ein zwingendes gitarrenrock-album von internationaler klasse. dazu kommt, dass die akteure einfach musik mit und fürs herz machen. union youth spielen authentische rockmusik, wie wir sie lange nicht mehr erlebt haben.

Bewertung: 8/10

curt666

 

 

Herzlichen Dank an das Online Magazin "Alternativenation.de" Team für die Veröffentlichungs-Genehmigung auf diesen Seiten


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