Union Youth - 30.11.2002 Projekt 7 Magdeburg

 
Wochen ist das letzte Konzert erst wieder her gewesen, aber dieses Mal sollten Union Youth endlich mal die Headliner sein, zum ersten Mal seit Jonas-Zeiten. Und da ich mich noch an diese Konzerte erinnern kann, erwartete ich einiges. 
Diesen 30.November 2002 war nicht irgendein Tag. Ich denke, ich werde ihn mir die nächsten Jahre rot anstreichen. Nicht nur, dass mein Vater einen runden Geburtstag feierte und Union Youth in einer der miesesten Städte Deutschlands spielten, nein, am Nachmittag machte ich eine Entdeckung, die möglicherweise entscheidend für meine Zukunft sein dürfte, mich aber auf jeden Fall sehr aufgerüttelt hat. Im positiven Sinn. Und dann hatte sich am Nachmittag noch dazu ein Brief bei mir eingefunden, der meine finanzielle Situation radikalst möglich änderte. Auch im positiven Sinn.
Am Abend jedenfalls war ein aufgrund dessen einfach nur glücklich und zufrieden mit mir und der Welt. Es konnte nichts schief gehen. So störte es mich auch nicht, dass ich schon um 8 Uhr an der Location ankam und keiner der Leute, die ich treffen wollte, dort zu sehen war. Überhaupt war dort niemand zu sehen, außer dem Keyboarder der Vorband. Rein durfte man noch nicht, da Einlass erst 21 Uhr war, so konnte ich nichts trinken und auch nicht sitzen, weil alles nass war. Nach einer halben Stunde trudelten dann aber die ersten Besucher ein und ich war nicht mehr alleine. Schließlich durfte man sich dann auch punkt neun seine Eintrittskarte und dahinter sein Bier (billiges!) holen. Bis dann die holländische Vorband mit dem tollen Namen "John Wayne Shot Me" anfing dauerte es nochmal eine knappe Stunde. Die Band war arg poppig aber okay. War ich aber der einzige, der sie nicht völlig schlecht fand. Gleich nachdem ich Maze au dem Klo traf fingen dann Union Youth mit einem lauten, gitarrenrückkopplungsdurchtränkten Anfang an zu spielen. So, was soll ich über dieses Konzert sagen, habe ich doch schon so oft über ein solches geschrieben? Es war ein Hammer, selbstverständlich. Die Band gab, was sie konnte, sie schien mir auch mehr abzugehen als sonst. Maze tobte über die Bühne und es kam nicht oft vor, dass er nicht brüllte und schrie, was seine Lungen hergaben. Eine gute halbe Stunde ging es vorne richtig ab, wie selten zuvor, wenn überhaupt jemals bei dieser Band. Nur davor war seltsamerweise wieder kaum was los, obwohl man doch meinen könnte, die Leute wären extra wegen ihnen gekommen. Drei, vier Leute sprangen rum, aber der Rest stand in ziemlicher Entfernung von der Bühne. Gut war's für mich, da konnte ich seelenruhig und jede Menge Photos machen. Müssten ganz gut geworden sein, ich stand ja direkt vor den Akteuren.
Nun ja, am Ende gab's dann den besten Song "Everything To Short", wie immer, aber dieses Mal in noch augeweiteterer Version. Extremst dramatisch wurden die langsamen Stellen in die Länge gezogen und immer mehr gesteigert um dann nach dem besten Gitarrensolo seit langem in Gitarrenwänden, Schlagzeuggeknüppel und endzeitlichem Gebrülle auszubrechen und sich am Ende zu zerstören. Was war ich wieder einmal glücklich, dieses Lied live sehen zu dürfen. Maze schrubbte mit deiner Gitarre noch den Boden und dann war leider auch schon Schluss. Mit einer Ausnahme fanden alle Mitfahrer, obwohl nur einer die Band kannte, das Konzert sehr beeindruckend. Ist ja auch schwer anders vorstellbar. Trotzdem musste ich dann noch eine ärgerliche Diskussion übers CD-Brennen führen. Ich tue dies zwar auch, aber ich kann nicht verstehen, dass es Leute gibt, die sich niemals CDs kaufen und darauf auch noch stolz sind. So redete und redete ich aber keiner der 10, aufgrund meiner Empfehlung (sorry) Dabeigewesenen war bereit, auch nur theoretisch dran zu denken, sich jemals etwas von dieser Band käuflich zu erwerben. Doch, einer kaufte die Single für 2 Euro. Und plötzlich kam raus, dass einer jemanden kennt, der die CD hat, also wird diese CD jetzt vielfach gebrannt werden und alle freuten sich, dass sie eine Möglichkeit gefunden haben.
Wieder auf Klo traf ich dort dann wieder den Keyboarder der Vorband und so verbrachte ich mit ihm und dem Sänger zwei Stunden dieser Nacht mit einem netten Gespräch. Es ist immer wieder erstaunlich, dass ich wenn ich voll bin, mich wirklich gut auf Englisch unterhalten kann. Anschließend habe ich noch mit Jon und Nosse gesprochen und allerlei interessante Neuigkeiten erfahren. Um halb vier lief ich dann endlich zu meiner Übernachtungsmöglichkeit in Magdeburg und staunte auf dem Weg dorthin nochmal über die Entdeckung vom Nachmittag. 
Was für ein Tag! Sowas nenne ich erfolgreich...

 

Der Bericht wurde verfasst von Mick [0] 
 
 

wenn du durch eine Suchmaschine hergefunden hast, kommst du hier zur Startseite