Union Youth - 24.01.2003 Posthof Linz (A)

 
Nach dem Gig in der Wiener Arena legte der Tourtross also auch einen Zwischenstopp in der Stahlstadt ein. Bei diesem Konzert im großen Saal des Posthofes , der an diesem Abend von einer beachtlichen Anzahl von Menschen bevölkert war, wurde auch einem „Local Support“ die Chance gegeben, sich einem größeren Publikum näher zu bringen. Konkret handelte es sich hierbei um die Welser „Altmeister“ von FRONTAL, welche die zugestandene Spielzeit von 40 Minuten ausnutzten, um der Audienz einige musikalische Schmankerl aus ihren langjährigen Karriere zu präsentieren. Neben alten Punkrocksongs aus der Frühphase („Keine Ahnung“), in Richtung Popmusik der 80er tendierende Nummern („Kalt), fast schon moderne anmutende (Deutsch-)Rocktiteln jüngeren Datums („Der Wolf“; „Screaming my breath away“), kamen (wie gehabt) auch massig Coverversionen (RAMONES, ZFK, IGGY POP) zum Zug. Obwohl sich die Begeisterungsstürme im Publikum leider ziemlich in Grenzen hielten, konnte auf alle Fälle von einer passablen Vorstellung gesprochen werden.
Es folgten die Deutschen UNION YOUTH, die schon so manches Lob für ihre Veröffentlichung in den gängigen Medien Deutschlands einheimsen konnten. Stilistisch kann deren Sound wohl als (eigenständige) Alternative Rock/Grunge-Variante durchgehen, wobei man auch härtere Passagen keinesfalls abgeneigt ist. Beim Publikum konnte sichtlich ein guter Eindruck hinterlassen werden, wenngleich deren Musik nicht wirklich mein Fall war. Im Anschluss an den Gig wurde noch in bester Kurt Kobain-Manier ein Instrument als Wurfgeschoss zweckentfremdet.
Danach wurde die Bühne für die Berliner Formation BEATSTEAKS freigegeben, die begünstigt durch tolles Feeback seitens der Fans mit beachtlicher Spielfreude ans Werk gingen, und diese gelang es auch über die Dauer der Darbietung zu bewahren. Die Musik der BEATSTEAKS kann 2003 schon lange nicht mehr ausschließlich auf den Begriff Punkrock reduziert werden, da neben den gewohnt hohen Melodieanteilen und durchschimmernden Hardcore-Einflüssen, auch ein ordentlicher Schuss Rock`n`Roll beigesteuert wurde. Dennoch klingen die Stück keinesfalls aufgesetzt, sondern erfrischend emotional und leidenschaftlich. Ja, und diese (echte) Leidenschaft für ihre Musik stellten sie auch an diesem Tag eindrucksvoll unter Beweis. Besonders Sänger/Gitarrist Arnim glänzte durch agiles Stageacting, unermüdlich Animationen und auch löbliche Fannähe. Die Fans wussten dies freilich zu schätzen, und reagierten dementsprechend angetan. Neben einigen Stücke vom aktuellen Werk „Living targets“ (U.a. der Ohrwurm „Let me in“) und älteren Stoff ("Shut Up Stand Up"), gab es auch so manche Coverversion (U. a. v. NIRVANA)zu hören. Lobend erwähnt sollten auf alle Fälle zum Schluss noch die absolut fairen CD-Preise am Merchandisingstand. Die verlangten 13 Euro für das aktuelle Album der Band darf meiner Meinung nach durchaus als fairer Preis empfunden werden.

Der Bericht ist erschienen auf "Earshot
 
 
 

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