Union Youth - 22.05.2002 Berliner Magnet

 
Endlich wieder Union Youth. Dachte ich mir seit Wochen und freute mich, nachdem ich sie im Dezember gesehen hatte, doch sehr darauf. Im Magnet in Berlin angekommen, musste ich zwar noch über eine Stunde warten, aber dafür gab es jede Menge Couches (Couchen?), in die man sich fläzen konnte. Schließlich gings dann los und ich wurde fast weggepustet. Was für eine Energie, die die vier da versprüht haben. Von der ersten bis zur letzten Minute volle Pulle Rockmusik. Es fing an mit einem Lied, was ich komischerweise irgendwoher kannte. Kam mir vor wie ein Cover, habe aber keine Ahnung wovon. Dann spielten sie ein paar Riffs eines Nirvana-Liedes, welches in einen eigenen Song überging. Das geschah noch häufiger und brachte so noch mehr gute Laune, da man so ja wenigstens etwas kannte. Das ist dann leider das große Problem. Man kennt einfach gar nichts. Man hört sich alles an, aber gleich anschließend hat man alles vergessen, außer dass es gut war. Das ist dann schon sehr schwer, von so einem Auftritt etwas länger, bis zur nächsten Tour zu zehren. Aber dafür haben sie ihre Sache doch extrem gut gemacht. Ich glaube, das ist schon jetzt das Konzert des Jahres und auch des vergangenen gewesen. Eine halbe Stunde pure Energie, die in fast perfekten, von Kraft strotzenden Rocksongs untergebracht wurde. Das gute ist auch noch, dass mir zu dieser Musik keine Schublade einfällt. Irgendwo zwischen Grunge und Hardcore liegt das ganze wohl. Und klingt dabei sehr amerikanisch. Ich habe das schon mal gesagt. 10 Jahre früher und in Seattle aufgewachsen, dann hätten sie reich und berühmt werden können. Erinnern taten sie mich an einen Mix aus Melvins, Wipers und Nirvana. Was soll ich noch sagen, es war sowas von großartig. Nur einen Tonträger bräuchte man noch von ihnen, um nach Hause zu kommen und sich diesen noch einmal anzutun. Ich bin ganz hin und weg. Danke, Union Youth!

Nach einer nicht allzu langen Pause, kamen dann McLusky, auf die ich mich auch sehr gefreut hatte. Auch diese rockten gewaltig, aber nach dem, was ich vorher erlebt hatte, war das einfach nur ein nettes Konzert. Auf jeden Fall empfehlenswert, diese Band.

Anschließend spielten dann Heyday. Nach dem dritten Lied waren alle meine Vorurteile bestätigt und ich ging. Die sind einfach nur ein Abklatsch von Pearl Jam, nur noch langweiliger. Mal Soft (der Sänger schwachtet mit geschlossenen Augen), mal Rock (der Sänger spielt Luftgitarre oder -schlagzeug), dazu peinliche Ihr-seid-die-allerbesten-Ansagen.

Ein Lob übrigens noch für den Veranstaltungsort. Einer der besten, die ich bisher gesehen habe. Sehr großer, verwinkelter und extrem gemütlicher Vorraum und dann eine sehr kleine und persönliche Bühne, mit Gang rechts daran vorbei, der zu den Klos und zum Backstageraum führt. Und der Sound war einfach nur perfekt. Die absolut perfekte Lautstärke (lauter wäre schmerzhaft geworden) mit sehr sattem, kraftvollem Sound. Viel besser als das Columbia Fritz oder Knaack, welche ja für ähnliche Konzerte stehen...

 
Der Bericht wurde verfasst von Mick [0] 

 


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