UNION YOUTH - The Royal Gene
Union Youth könnten schon bald die wichtigste deutsche Rockband sein. Also bitte nicht schon bei Verweisen auf Cobain & Co. die Aufmerksamkeitsregler runtedrehen.
 

Obwohl natürlich schon beim Opener "Fruits For The Nation" (hier im Hause schon von ihrem famosen Demo bekannt) deutlich wird, dass die Vergleiche zu den frühen Nirvana so einfach nicht von der Hand zu weisen sind. Auch die Demoversion von "Planet Of Pity", ebenfalls ein kleiner Hit, kennen VISIONS-Leser bereits von unserer "All Areas Vol. 22"-Compilation. Beide Nummern sind wunderbare Visitenkarten zum Eintritt in den Rock'n'Roll-Himmel, aber wie sieht es mit dem Rest dieses Debüts aus? Gut, so viel ist sicher, "Inbreeding" ist sogar ein weiterer veritabler Ohrwurm. Ob aber der Hype, der momentan aufgrund des Interesses amerikanischer Major-Companies seinen hässlichen Kopf in die Richtung von Union Youth reckt, gerechtfertigt ist, darf man bezweifeln. Sicher ist es schön, dass der deutsche Alternative-Rock endlich mal wieder ein Zugpferd hat, das hoffnungsvoll unbekümmert und ganz und gar unpeinlich Verzweiflung und Melancholie in Musik transformiert. Aber man sollte diesem jungen Quartett einfach mal die Luft lassen, sich in aller Ruhe zu entwickeln. Sorgen muss man sich um die Band aber keine machen, denn genauso wie sie mit dem coolen, nonchalanten Selbstverständnis intensive Angst-Rock-Perlen wie "Reverse", "Thirteen" oder "Everything Too Short" unters Volk schleudern, so respektlos und unbekümmert stehen sie auch dem Musikbusiness gegenüber. Und wer weiß, wenn die Branche auch nett zu ihnen ist, liefern sie mit der nächsten Platte ja vielleicht ihr "Nevermind" ab.

Dirk Siepe    9/12

 

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